»Artist in Lab 2022«

»Artist in Lab 2022«: Gewinner stehen fest

Im Ideenwettbewerb »Artist in Lab 2022« des Fraunhofer-Netzwerks »Wissenschaft, Kunst und Design« gibt es in diesem Jahr fünf Gewinnerprojekte. Mit einer Fördersumme von jeweils bis zu 10.000 Euro können die Kunstschaffenden ihre Ideen und Visionen in Kooperation mit Forschenden der Fraunhofer-Netzwerk-Institute umsetzen. Zu diesem Ergebnis gelangte eine interdisziplinäre Jury, die am 23. Februar 2022 tagte. Zu den geförderten Projekten zählen Kunst gegen den Klimawandel, die Erkundung der Pflanzenwelt mittels Sensoren, das Eintauchen mit Augmented Reality in das Sinnesleben, die Erforschung selbstorganisierender Materialien sowie die Darstellung kreativer Zukunftsnarrationen. 

Am Mittwoch, den 23. Februar 2022, trat die sechsköpfige Experten-Jury zusammen. Die Juryzusammensetzung war wie folgt:

  • Dorothée Höfter - Referentin Wissenschaft und Kunst im Dialog der Fraunhofer-Gesellschaft
  • Prof. Bohumil Kasal - Sprecher des Netzwerks »Wissenschaft, Kunst und Design« / Juryvorsitz 
  • Monika Kerkmann -  Relationship Managerin bei der Berliner Kunstplattform LAS
  • Prof. Matthias Klingner - Sprecher des Netzwerks »Wissenschaft, Kunst und Design«
  • Dr. Sven Sappelt - Kurator und Kulturmanager für internationale Kunst- und Kultureinrichtungen
  • Welf Zöller - Bereichsleiter Dialogkommunikation / Leiter des Fraunhofer-Forums Berlin.

Projekt 1

© Yana Zschiedrich
Der Baustoff Styropor wird von Mehlwürmern zersetzt. Dazu lässt die Künstlerin die Mehlwürmer entlang von Schablonen fressen, wobei Reliefs entstehen.

»HYBRIS« - Kunst gegen den Klimawandel


Einreichende: Yana Zschiedrich

Forschungspartner: Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP, Volker Thome

Thema: Mehlwürmer fressen sich entlang von Schablonen und zersetzen dabei den Baustoff Styropor. Dabei entstehen Reliefs. Durch die Fressarbeiten wird zudem Polysterol in eine biologisch abbaubare Substanz (Mehlwurmausscheidungen) verwandelt. Daraus sollen Skulpturen geformt werden.

Ausstellung auf dem »Festival der Zukunft« in München.

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Projekt 2

© Paul Bießmann
Regungen und Zustände von Pflanzenblättern werden über Sensoren erfasst.

»Inside Plants« - Neuer Einsatz von Sensoren an Pflanzen

 

Einreichender: Paul Bießmann

Forschungspartner: Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Jorge Luis Juarez Peña und Dominik Zehnder

Thema: Regungen und Zustände von Pflanzenblättern werden über Sensoren erfasst und auf eine 3D-Soundsphäre übertragen.

Ausstellung auf dem »Festival der Zukunft« in München.

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Projekt 3

© Christiane Wittig
Prototyp des lebensgroßen, interaktiven, selbstlernenden »Karussell der Sinne«.

»Karussell der Sinne« - Sinneserleben mittels Augmented Reality

 

Einreichende: Christiane Wittig

Forschungspartner: Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU, Kristin Uhlmann und Sven Winkler

Thema: Eine interaktive Raumskulptur, die virtuell, bildhaft und akustisch durch die Interaktion des Betrachters angetrieben, beeinflusst und verändert wird.

Ausstellung auf dem »Festival der Zukunft« in München.

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Projekt 4

© Iona Dutz
Mara Sandrock mit Naturmaterialien.

»Materialperformance« - Erforschung selbstorganisierender Materialien 


Einreichende: Mara Sandrock

Forschungspartner: Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, Julia Krayer

Thema: die Erforschung selbstorganisierender Materialien wie Bakterien- oder Pilzkulturen.

Ausstellung auf dem »Festival der Zukunft« und der »munich creative business week« in München.

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Projekt 5

© Wenzel Mehnert
Das Projekt »Neugefragt« sammelt und denkt Fragen zu Innovation und Wissenschaft weiter.

»Neugefragt« - Zukunftsnarrationen weitergedacht


Einreichende: das Kollektiv »Neugefragt« besteht aus Katrina Günther, Lilith Boettcher, Bernd Hopfengärtner & Wenzel Mehnert

Forschungspartner: Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, Simone Kimpeler und Max Priebe

Thema: Zukunftsnarrationen werden bei »Neugefragt« weitergedacht und kreativ-spekulativ zugespitzt. 

Ausstellung auf dem »Festival der Zukunft« in München.

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Die Jury

Das Netzwerk »Wissenschaft, Kunst und Design« freute sich ganz besonders, dass Monika Kerkmann und Dr. Sven Sappelt die Jury des diesjährigen Ideenwettbewerbs »Artist in Lab« durch ihre Expertise bereicherten.

© Şirin Şimşek

Monika Kerkmann

Monika Kerkmann lebt in Köln und Berlin. Sie studierte Kunstgeschichte, Archäologie und Philosophie an der Universität zu Köln.

2006 begann sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin für die Julia Stoschek Collection in Düsseldorf zu arbeiten, von Juni 2015 bis November 2020 war sie Direktorin der Standorte in Düsseldorf und Berlin. Die Sammlung ist eine der weltweit umfassendsten Privatsammlungen zeitbasierter Kunst, die sich der Präsentation, Weiterentwicklung, Erhaltung und Erforschung von Medien- und Performance-Praktiken widmet. Der zeitgenössische Fokus der Sammlung wurzelt im künstlerischen Bewegtbild seit den 1960er Jahren.

Seit Dezember 2020 arbeitet Monika Kerkmann im Projekt und Partnership Management für die gemeinnützige Kunstplattform Light Art Space (LAS) in Berlin, die an der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Wissenschaft operiert. LAS engagiert sich für neue Formen der Kunstpräsentation und ermöglicht experimentelle Projekte, sowohl physisch als auch digital, in unkonventionellen Räumen.

Dr. Sven Sappelt

Sven Sappelt studierte Kulturwissenschaft und ästhetische Praxis und wurde in Philosophie promoviert. Sein besonderes Interesse gilt der Vielfalt von Wissensformen und Gestaltungspraktiken sowie deren Zusammenspiel.

Seit 2000 arbeitet er als Kurator und Kulturmanager für internationale Kunst- und Kultureinrichtungen wie Künstlerhaus Wien, Humboldt Forum, 100 jahre bauhaus.

Seinen kulturwissenschaftlichen Interessen ging er u.a. als Mitglied des Exzellenzclusters »Kulturelle Grundlagen von Integration« der Uni Konstanz (2007-2012) und des Exzellenzcluster »Bild-Wissen-Gestaltung« der HU Berlin (2015-2016) nach.

2015 gründete er das CLB Berlin als Collaboratorium für Kunst, Wissenschaft und Urbanismus. Seit SoSe 2020 vertritt er die Professur für Cultural & Creative Entrepreneurship an der TH OWL.