»A Matter of Fruit«: Wie Saftkonsum dazu beitragen kann, unser Abfallproblem zu lösen

© Verena Brom

»A Matter of Fruit«, ein von Verena Brom gegründetes Projekt und Startup, verwandelt Apfeltrester, die Pressrückstände der Saftproduktion, in neue Formen: ein natürliches und wiederverwertbares Material, das eine Alternative zu umweltschädlichen, auf erdölbasierenden Materialien und Produkten bieten kann.

Bei der industriellen Verarbeitung von Früchten und Gemüse zu Saft entstehen riesige Mengen eines weiteren Stoffs, dessen Potenzial kaum wahrgenommen wird: Trester. Diese beim Auspressen anfallenden Rückstände durchlaufen bereits einen natürlichen Kreislauf mit Verwendung für die Biogaserzeugung oder als Tierfutter. Ihr tatsächliches Potenzial wird jedoch nicht im Geringsten ausgeschöpft. Deutschland als Weltmeister im Apfelsafttrinken produziert besonders viel Apfelsafttrester - bis zu 200.000 Tonnen pro Jahr - und bietet damit eine regional verfügbare Rohstoffbasis.

Die Folien aus industriellen Apfelsaftpressrückständen können je nach Ausführung in der funktionalen Raumgestaltung oder als Lederersatz verwendet werden. Besonders vielseitig ist das Material in der Gestaltung: bedruckt, geformt, genäht oder geschweißt können die Folien in einer Vielzahl von Produkten zum Einsatz kommen. 

Doch die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten sind noch nicht alles, was Folien aus Apfeltrester zu bieten haben. Je nach Ausrüstung sind diese Folien biologisch abbaubar. Der erste Nachweis gelang den Forschenden im Kooperationsprojekt »A Matter of Fruit« durch Desintegrationstests in Boden. 

Verena Brom brachte »A Matter of Fruit« und die Entwicklung von Folien aus Apfeltrester sowie entscheidendes Know-how in die von der Fraunhofer-Gesellschaft geförderte gleichnamige Kooperation mit. Als Kooperationspartner stellte Fraunhofer UMSICHT unter Leitung von Dr.-Ing. Philip Mörbitz ein Team von Wissenschaftler*innen und deren umfassende Expertise in der kontinuierlichen Kunststoffverarbeitung bereit. Eine kontinuierlich hergestellte Folie auf Basis von Apfeltrester ist das Ergebnis dieser innovativen Zusammenarbeit zwischen Design und Wissenschaft.

Drei Fragen an »A Matter of Fruit«

Mit Dr. Philip Mörbitz

Was sind die wichtigsten Ergebnisse des Projekts »A Matter of Fruit«? 

Gemeinsam mit der Designerin Verena Brom haben wir es geschafft Folienmaterial auf Basis von Reststoffen aus der Apfelsaftproduktion herzustellen und das im kontinuierlichen Herstellungsprozess. Die Reststoffe sind dabei nicht nur Füllstoff in einer Kunststoffmatrix. Wir verwenden nur einen sehr kleinen Anteil an zusätzlicher polymerer Komponente, die Reststoffe aus der Apfelsaftproduktion bilden selbst die Basis für das Folienmaterial. 

Unter dem Motto »Growing Up« findet dieses Jahr wieder das Festival der Zukunft auf der Museumsinsel in München statt. In einer Ausstellung und im kreativen Austausch mit Fraunhofer-Forschenden aus Projekten des Fraunhofer-Netzwerks »Wissenschaft, Kunst und Design« kann das Publikum erfahren, wie wir mit Technologie, Wissenschaft und Kreativität unsere Zukunft gestalten können.

Unter dem Motto »Growing Up« findet dieses Jahr wieder das Festival der Zukunft auf der Museumsinsel in München statt. In einer Ausstellung und im kreativen Austausch mit Fraunhofer-Forschenden aus Projekten des Fraunhofer-Netzwerks »Wissenschaft, Kunst und Design« kann das Publikum erfahren, wie wir mit Technologie, Wissenschaft und Kreativität unsere Zukunft gestalten können.

Welcher Moment der Zusammenarbeit war für Dich das Highlight? 

Bereits das erste Mal, als wir die Muster von Verena Brom in der Hand hatten, waren wir vom Material überzeugt. In einem Workshop am Fraunhofer UMSICHT haben wir gemeinsam über Herstellungsmethoden und Anwendungsgebieten diskutiert. Ich kann mich an den großen Tisch voller Material- und Produktmuster erinnern, das war inspirierend. Das Highlight war aber klar, als dann wirklich Folienmaterial kontinuierlich hergestellt wurde. Zu sehen, dass es stabil lief, hat uns alle sehr motiviert weiterzumachen.

What's next? Gibt es Anschlussprojekte, neue Ideen oder offene Fragen, die weiterverfolgt werden? 

Auf jeden Fall – wir wollen gemeinsam die Rezeptur und Herstellungsmethode optimieren. Unser klares Ziel ist die Entwicklung einer Folie die komplett auf Reststoffen der Apfelsaftproduktion besteht und im industriellen Verfahren produziert werden kann.

Unter dem Motto »Growing Up« findet dieses Jahr wieder das Festival der Zukunft auf der Museumsinsel in München statt. In einer Ausstellung und im kreativen Austausch mit Fraunhofer-Forschenden aus Projekten des Fraunhofer-Netzwerks »Wissenschaft, Kunst und Design« kann das Publikum erfahren, wie wir mit Technologie, Wissenschaft und Kreativität unsere Zukunft gestalten können.

Unter dem Motto »Growing Up« findet dieses Jahr wieder das Festival der Zukunft auf der Museumsinsel in München statt. In einer Ausstellung und im kreativen Austausch mit Fraunhofer-Forschenden aus Projekten des Fraunhofer-Netzwerks »Wissenschaft, Kunst und Design« kann das Publikum erfahren, wie wir mit Technologie, Wissenschaft und Kreativität unsere Zukunft gestalten können.

Timeline

Ab Februar 2026

 

Ausstellung im Fraunhofer-Forum Berlin

Leuchten der Zukunft

Fraunhofer-Netzwerk »Wissenschaft, Kunst und Design« zeigt kreative Material- und Designinnovationen im Schaufenster des Spreepalais.

 

Die Ausstellung »ZUKÜNFTE. Material und Design von morgen« bietet einen reflektierten und optimistischen Ausblick auf mögliche Zukunftsszenarien und hebt die zentrale Rolle des Designs hervor.

18.-21. Oktober 2025

 

Dutch Design Week

Die Designerin Verena Brom nimmt mit dem Projekt »A Matter of Fruit« an der Dutch Design Week in Eindhoven teil. 

Ein Diskurs zur unterschiedlichen Herangehensweise an Audio und Akustik aus der Sicht der Wissenschaft und aus Sicht der Kunst.

8.-15. Oktober 2025

 

Messe K

Die Ergebnisse des Projekts »A Matter of Fruit« wurden auf der weltweit führenden Kunststoffmesse in Düsseldorf präsentiert. Das Exponat zeigte, wie das Material je nach Ausführung in Optik und Haptik variiert: von papierartig über plastisch bis lederähnlich, von opak bis transluzent. Die Folie kann bspw. im funktionalen Raumdesign eingesetzt werden oder als Alternative zu Leder dienen.

Ein Diskurs zur unterschiedlichen Herangehensweise an Audio und Akustik aus der Sicht der Wissenschaft und aus Sicht der Kunst.

21. November 2024 - 24. August 2025

 

Ausstellung »ZUKÜNFTE«

 

Die Ausstellung »ZUKÜNFTE. Material und Design von morgen« bietete einen reflektierten und optimistischen Ausblick auf mögliche Zukunftsszenarien und hebte die zentrale Rolle des Designs hervor.

14.-17. Mai 2024:

 

»munich creative business week«

A Matter of Fruit: Wie Apfelreste upgecycelt werden können

 

Die Designerin Verena Brom gab zusammen mit Lena Marbach, Chemikerin am Fraunhofer UMSICHT, Einblick in das Projekt »A Matter of Fruit«, das im Rahmen des »Fraunhofer-MCBW-nature-lab« im PionierHUB des Fraunhofer IAO ausgestellt wurde. Mit unterschiedlichen Tools zum Schweißen, Nähen und Drucken haben die Teilnehmenden in diesem Workshop die ersten Prototypen der Apfel-Trester-Folien weiterverarbeitet, dessen thermoplastische Eigenschaften untersucht und die Grenzen von diesen pflanzenbasierten Folien ausgetestet. Am 15. Mai 2024 war das Projekt auch Teil der Vernissage zum diesjährigen mcbw-Motto »How to co-create with nature«.

Ein Diskurs zur unterschiedlichen Herangehensweise an Audio und Akustik aus der Sicht der Wissenschaft und aus Sicht der Kunst.