Ausstellungen 2019

Ausstellungsreihe zu »70 Jahre Fraunhofer – 70 Jahre Zukunft«

Anlässlich ihres 70-jährigen Jubiläums kooperierte die Fraunhofer-Gesellschaft mit STATE Studio, der Berliner Wissenschaft-und Kunstgalerie. Die Ausstellungsreihe  »Wissenschaft und Kunst im Dialog« sowie die Gewinner des »Artist-in Lab-Projekts« wurden in die laufende Ausstellung »field experiments« des STATE Studios integriert. Die künstlerischen Arbeiten schaffen den kreativen Raum, in dem ein offener Dialog über Technologie, Wirtschaft und Gesellschaft möglich wird.

Die Ausstellungsreihe umfasste von April bis Dezember 2019 vier Projekte:

  • Stefan Wischnewski und Gabriele Neugebauer: »Hydrosphären«
  • Andreas Jungk: »The Secret Life of Quanta«
  • Charlotte Dachroth und Ole Jeschonnek: »Künstlerisches Lichtfeld«
  • Jonathon Keats: »Primordial Cities Initiative«

»Primordial Cities Initiative«

© Anne Freitag
State Studio Berlin Jonathon Keats Primordial Cities Initiative

Wenn Menschen ihren Blick auf die ersten Lebensgemeinschaften der Erde richten, können sie viel lernen. Diese Bakterienkolonien begannen bereits vor rund dreieinhalb Milliarden Jahren damit, fein geschichtete Sedimentgesteine aus Kalk zu schaffen, sogenannte Stromatolithe. Die fossilen Überreste erinnern äußerlich häufig an Blumenkohl. Tatsächlich handelte es sich um erste Ökosysteme. Die diversen Bakterienarten koexistierten nicht nur, sondern kooperierten auch miteinander. Die komplexen und anpassungsfähigen Strukturen der Stromatolithe erlaubten es ihnen, den feindlichen Bedingungen der Umwelt zu trotzen.

Die Initiative »Primordial Cities« des international bekannten Philosophen und Konzeptkünstlers Jonathan Keats orientiert sich an diesem Vorbild. Unterstützt von wissenschaftlicher Methodik untersucht »Primordial Cities« die Idee, Städte angesichts der durch den Klimawandel verursachten Belastungen jederzeit voll funktionsfähig zu halten. Auf Grundlage des Konzepts der Paläobiomimikry – der Biomimesis urzeitlicher Lebensformen – entwickelt Keats ultra-resiliente Formen von Architektur und Infrastruktur. Diese sind inspiriert von den strukturellen, organisatorischen und metabolischen Innovationen der Stromatolithen-Lebensräume.

Die architektonische Vision des Projekts soll dazu anregen, über mögliche Zukunftsszenarien nachzudenken und gleichzeitig eine Kultur der phantasievollen Planung fördern. »Primordial Cities« entsteht im Rahmen des Fraunhofer »Artist in Lab«-Programms am Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP. Es wird von Prof. Gunnar Grün, dem Leiter der Abteilung Energieeffizienz und Raumklima, begleitet. Das Fraunhofer IBP ergänzt die philosophischen Ansätze von Keats durch reale technologische Entwicklungen, beispielsweise durch die Konstruktion besonders anpassungsfähiger Gebäude.

 

Rückblick zur Vernissage »The Primordial Cities Initiative« am 12. Dezember 2019

 

STATE Studio | The Primordial Cities Initiative

Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP

Ausstellungsreihe »Wissenschaft und Kunst im Dialog« der Fraunhofer-Zentrale

»Lichtfelder«

STATE Studio Lichtfelder Dachroth Jeschonnek Vernissage 2019
© Jordan Katz
Ausstellung »Lichtfelder« im STATE Studio Berlin - Arbeiten des Künstlerduo Dachroth + Jeschonnek, entstanden in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IOF (Im Rahmen des Programms »Artist in Lab«)

Charlotte Dachroth und Ole Jeschonneks Arbeitsweise ist geprägt von dem Verlangen, den physischen und optischen Möglichkeiten von Licht in experimenteller Untersuchung auf den Grund zu gehen. Ihre Installationen arbeiten mit einem neuen »Aggregatzustand« von Licht, welches sich in den minimalistischen Lichtskulpturen als frei im Raum schwebende Volumen erleben lässt. Die Ausstellung zeigt sowohl großformatige Arbeiten aus früheren Jahren als auch Zwischenstände neuerer, in enger Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Fraunhofer-Instituts für angewandte Optik und Feinmechanik (IOF) in Jena entstandene Lichtinstallationen. Dabei werden aktuelle, vom IOF vorangetriebene Technologien wie etwa die Erzeugung von Lichtfeldern durch mikrooptische Strahlformer auf Glaswafern vom Künstlerduo aufgegriffen und bearbeitet.

Am 1. November 2019 eröffnete das STATE Studio Berlin mit Unterstützung des Fraunhofer Netzwerks Wissenschaft, Kunst und Design die Ausstellung »Lichtfelder«, eine künstlerisch-wissenschaftliche Reflektion des Themenfeldes Licht. Im Fokus der Ausstellung stehen die Arbeiten der im Rahmen des Fraunhofer Residency-Programms »Artist in Lab« geförderten Berliner Künstlerduos Charlotte Dachroth und Ole Jeschonnek, das für einige der entwickelten Lichtskulpturen eng mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Fraunhofer-Instituts für angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena zusammenarbeitete.

 

Rückblick zur Vernissage »Lichtfelder« am 01. November 2019 und zur Ideenwerkstatt »Artist in Lab« am 31. Oktober 2019

 

STATE Studio | Lichtfelder

Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF

Ausstellungsreihe »Wissenschaft und Kunst im Dialog« der Fraunhofer-Zentrale

»UNBORN – THE SECRET LIFE OF QUANTA«

© Andreas Jungk
»Move«, 2016

Die Arbeit von Andreas Jungk entstand in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena und wird im Rahmen der Ausstellung »MATERIALIZE –  An artistic journey into the quantum universe« der Berliner STATE Galerie gezeigt.

Die Bezeichnung »Unborn« stammt von dem japanischen Zen-Meister Bankei Eitaku (1622-1693). »UNBORN ist für mich ein schönes Synonym für die Quantenfelder, aus denen jede uns bekannte Art von Energie und Materie entsteht. Diese Quantenfelder unterliegen nicht im mindesten den uns vertrauten und nachvollziehbaren Gesetzmäßigkeiten der klassischen Physik und sind doch die Grundlage aller wahrnehmbaren Materie und Energie, also letztendlich auch von uns selbst. Quantenfelder sind also noch ungeborene Energie und Materie«, erklärt Jungk.

Die Arbeit »The secret life of quanta« umfasst einen Teilaspekt des Projekts »UNBORN« und ist eine künstlerische Interpretation des quantenphysikalischen Verhaltens von Elementarteilchen (z. B. Photonen, Elektronen).

Ausstellungeröffnung: 01. August 2019

 

Rückblick zur Vernissage »MATERIALIZE« am 01. August 2019

Mehr Info

»HYDROSPHÄREN«

© Stefan Wischnewski, »Schwarm«, Rauminstallation
»Schwarm« Rauminstallation, 2016–2019

STATE Studio Berlin und Fraunhofer-Gesellschaft präsentieren interdisziplinäre Themenausstellung im Resonanzfeld von Kunst und Wissenschaft

Die Eröffnung der Ausstellung im partizipativen Wissenschafts- und Kunstraum STATE Studio markiert den Anfang einer mehrteiligen Veranstaltungsreihe: Im Rahmen des 70-jährigen Jubiläums der Fraunhofer-Gesellschaft werden von April bis Dezember 2019 in mehreren Ausstellungsprojekten und zwei Künstlerresidenzen ausgewählte künstlerische Arbeiten präsentiert, welche aktuelle Forschungsthemen der Fraunhofer-Gesellschaft reflektieren und die Öffentlichkeit zur Auseinandersetzung mit gesellschaftsrelevanten Entwicklungen in Wissenschaft und Forschung einladen. Das Ausstellungsprogramm wird in die laufende Ausstellung »field experiments« von STATE thematisch integriert. Aktuelle wissenschaftliche und künstlerische Fragestellungen sowie Entwicklungen zu den Themenfeldern Wasser, Lichtfelder, Stromatolithen und Quantenphysik werden für ein breites Publikum transparent aufbereitet.

Ausstellung: 16. April bis 28. Juni 2019

 

Rückblick zur Ausstellungseröffnung »Hydrosphären« am 16. April 2019