Das Projekt »Immersive Urban Food Landscapes« wurde vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO mit dem Ziel initiiert, auf die Chancen und Herausforderungen urbaner Lebensmittellandschaften aufmerksam zu machen und Wissen darüber zu generieren, wie die Lebensmittelversorgung der Zukunft gestaltet werden kann. Die im Rahmen des Projektes entstandene Kunstausstellung wurde von Dr. Martina Taubenberger vom Werksviertel-Mitte Kunst in Zusammenarbeit mit Benjamin Jantzen kuratiert. Ebenfalls involviert waren Vertreter der Urkern Gesellschaft für Urbanes, die im Projekt die Vermittlung zwischen relevanten Stakeholderinnen und Stakeholdern übernahmen. Das Fraunhofer IAO führte wissenschaftliche Analysen und die empirische Forschung zur Entwicklung von Zukunftsszenarien für das Jahr 2035+ im Werksviertel-Mitte durch.
Ausgehend von diesen Zukunftsszenarien sollten die künstlerischen Aufbereitungen die räumliche Wirksamkeit und Transformation visualisieren, aber auch hinterfragen und auf anschauliche Weise zur Sensibilisierung und Akzeptanzbildung für neue Formen von Lebensmittelsystemen und innovativer Stadtentwicklung beitragen. Die Einbindung von Kunstschaffenden ermöglichte eine erweiterte, (gesellschafts-)kritische Perspektive auf das Thema Lebensmittelsysteme. Durch die neuen künstlerischen Sichtweisen und Exponate konnte nicht nur der gesellschaftliche Diskurs gefördert, sondern auch ein Erkenntnisgewinn für die Forschung erzielt werden.
Das Projekt griff somit sowohl ein gesellschaftlich und politisch relevantes Thema auf, initiierte einen wissenschaftlichen und gestalterischen Diskurs und sorgte für eine öffentliche Sichtbarkeit. Die besondere Arbeitsweise und die Ergebnisse, die über eine reine Illustration oder gar Dokumentation hinausgingen, ermöglichten einen einzigartigen Zugang zum Thema.
Das Projekt war im Münchner Werksviertel-Mitte angesiedelt, das im Bearbeitungszeitraum zwischen Juni 2022 bis Oktober 2023 sowohl als Betrachtungs- als auch als Umsetzungsort des Projekts diente. Für die Status-Quo-Analyse wurden die im Quartier ansässigen Gastronomen befragt. Diese Datenerhebung diente als entscheidende Grundlage für die Ermittlung des lokalen Lebensmittelbedarfs. Die Erkenntnisse dieser Befragung flossen im weiteren Projektverlauf in die Szenarioentwicklung mit ein. Auch die künstlerische Umsetzung erfolgte im Quartier.
Ein zentrales Ergebnis des Projekts war eine Ausstellung im öffentlichen Raum, die sowohl Installationen als auch virtuelle Exponate umfasste, deren Zugang über QR-Codes erfolgte. Die vielfältigen Installationen dienten der Wissensvermittlung und Wissenschaftskommunikation sowie der kritischen Auseinandersetzung mit den adressierten Themen. Die Ausstellung wurde im Rahmen einer Vernissage im Juli 2023 eröffnet und über den Ausstellungszeitraum hinweg in weitere Veranstaltungen auf dem Areal eingebunden. Bis Ende Oktober 2023 blieben die Kunstwerke im Werksviertel-Mitte zugänglich und erlebbar. Parallel dazu wurden die Ergebnisse digital über soziale Medien gestreut.