»Parallaxe«

KI in einer interaktiven Vermittlungsplattform zur Verbesserung demokratischer Diskurse

© forward stud.io × Fraunhofer HHI / KI-generiert

Kann Künstliche Intelligenz helfen, politische Spaltungen zu überwinden? Polarisierte Medienwelten und emotional aufgeladene Debatten haben uns vielerorts an den Rand einer konstruktiven Gesprächskultur geführt. Unterschiedliche Informationsblasen verstärken die Entfremdung zusätzlich. Genau hier setzt das Projekt »Parallaxe« an: Die Berliner New Media Designerin Chantal Pisarzowski und das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut HHI zeigen, wie KI zur Bewahrung demokratischer Grundwerte beitragen könnte – vor allem dann, wenn wir Menschen allein kaum noch zu rationalen Diskussionen finden.

Mittels acht prägnanter Fragen unter anderem aus den Themenfeldern Migration, Klimaschutz, Krieg und KI werden Paare gebildet, die die größten Meinungsdifferenzen aufweisen. Statt eines direkten Gesprächs kommunizieren diese Paare ausschließlich über ein Large-Language-Model, das Echtzeit-Faktenchecks vornimmt, eine neutrale Moderation ermöglicht und es beiden Parteien erlaubt, in ihrer jeweiligen Muttersprache zu kommunizieren. Emotionale Eskalationen werden so gedämpft, während sachliche Argumente in den Vordergrund rücken.

Eine Installation visualisiert zudem, ob und wie stark sich die Positionen in der Diskussion annähern oder voneinander entfernen. Am Ende erhalten die Teilnehmenden einen Überblick darüber, wie sich die anderen Personen im Raum entschieden haben. »Parallaxe« öffnet damit einen experimentellen Raum, in dem Technologie zur Vermittlerin wird – und legt zugleich den Grundstein für ein neues Verständnis von Diskussionen in Zeiten zunehmender Polarisierung.

Prof. Dr. Frank Melchior (Professor für 3D-Audiosysteme, Audiotechnologie und Elektrotechnik, Hochschule der Medien Stuttgart)

Jury Statement zum Projekt »Parallaxe«

»Parallaxe« ist ein visionäres Projekt, das zeigt, wie Design und Technologie Brücken in einer polarisierten Gesellschaft schlagen können. Es nutzt Künstliche Intelligenz, um interaktive, inklusive und hochrelevante Wege des politischen Dialogs zu schaffen.
Das Projekt besticht nicht nur durch seine gestalterische Exzellenz, sondern auch durch seinen Mut, mit Design gesellschaftliche Veränderung zu ermöglichen. »Parallaxe« ist ein starkes Statement für die Zukunft des digitalen Diskurses.

Timeline

23. April 2026

 

Open Lab Abend im Futurium

Politischer Dialog mit KI »Parallaxe« – ein KI-Mediations-Tool zum Mitmachen

Könnt ihr euch vorstellen, ein politisches Gespräch mit einer anderen Person – moderiert von einer Künstlichen Intelligenz? Genau das probiert ihr in diesem Workshop aus. »Parallaxe« ist ein Prototyp, der Menschen mit gegensätzlichen politischen Ansichten zusammenbringt und eine KI-geführte Mediation ermöglicht.

Die KI begleitet euren Austausch: Sie reformuliert Aussagen neutral, kann live in andere Sprachen übersetzen und ordnet Fakten ein, wo es nötig ist. Dabei erfahrt ihr auch, wie die Technik dahinter funktioniert – wie ein KI-Sprachmodell arbeitet, was es kann und wo seine Grenzen liegen. Erlebt selbst, wie sich ein KI‑moderiertes Gespräch anfühlt, entdeckt die Mechanismen dahinter und diskutiert mit uns: Hilft Technologie beim Verstehen – oder steht sie im Weg?

Der Workshop wird von Designerin Chantal Pisarzowski (forward stud.io) geleitet, in Zusammenarbeit mit Kira Schomber vom Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut HHI. Die beteiligte Forschungsgruppe Capture and Display Systems forscht an hochauflösendem Audio- und Videoprocessing, KI-gestützter Sensorfusion, Auralisation und 3D-Audio für interaktive Anwendungen. 

 

Zur Teilnahme ist kein Vorwissen nötig. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist erforderlich.

1.-2. November 2025

 

Berlin Science Week, Naturkundemuseum

»Parallaxe« lud das Publikum dazu ein, selbst Teil der experimentellen Installation zu werden und die Zukunft des demokratischen Dialogs aus ungewohnter Perspektive zu erkunden. Dabei konnten Besuchende erproben, ob KI dort Gespräche ermöglicht, wo menschliche Kommunikation bislang an ihre Grenzen stößt.