»Soft Textile Architectures«

Mehrlagige Jacquardgewebe zwischen Material, Fläche und Raum

© Johanna Rogalla

Im Projekt »Soft Textile Architectures« erforscht die Künstlerin Johanna Rogalla die Möglichkeiten industrieller Jacquardweberei als künstlerisches und materialbezogenes Forschungsinstrument. Ausgangspunkt ist die Arbeit an der Doppelgreifer-Webmaschine mit Jacquardaufsatz, an der mehrlagige textile Strukturen entstehen, die sich von der Fläche in den Raum entwickeln.

Im Zentrum stehen komplexe Bindungen, die transparente, weiche Gewebeschichten mit stabilen Lagen verbinden und textile Flächigkeit durch gezielte Verkreuzungen und Einschnitte in dreidimensionale Körper überführen. Die entstehenden Arbeiten bewegen sich zwischen Textil, Skulptur und Architektur und machen textile Konstruktion als räumliches System erfahrbar.

Ein besonderer Fokus liegt auf dem Material Flachs, das als historisch gewachsener Werkstoff eng mit handwerklichen Traditionen, der Industrialisierung und globalen Handelsbeziehungen verbunden ist. Diese kulturhistorischen Dimensionen werden im Projekt mit zeitgenössischer industrieller Webtechnologie verknüpft und in neue textile Strukturen übersetzt.

Das Projekt versteht sich als künstlerisch-forschende Arbeit an der Schnittstelle von Industrie und Handwerk. Die entstehenden experimentellen Objekte untersuchen Materialität, Stabilität und Transparenz und eröffnen neue Perspektiven auf industrielle Textilproduktion als ästhetisches und kulturelles Experimentierfeld.