Angesichts der wachsenden Relevanz nachhaltiger Materialien rücken Pilzwerkstoffe zunehmend in den Fokus von Kunst, Design und Materialforschung. Besonders in den letzten Jahren ist ein starkes gestalterisches und konzeptuelles Interesse an Myzel entstanden – einem lebenden Werkstoff, der neue ästhetische und funktionale Perspektiven eröffnet.
Gegenstand des Projektes »FungiFacturingArt« war die Konzeptionierung und Umsetzung eines interaktiven Ausstellungskonzepts zum Thema substratbasierte Myzelwerkstoffe (Pilzwerkstoffe). Entwickelt wurde ein modulares System zur niederschwelligen Informationsvermittlung. Es kombiniert wissenschaftliche, gestalterische und künstlerische Ansätze, um das innovative Material vorzustellen und erfahrbar zu machen. Die erste Zwischenpräsentation erfolgte auf der BAU 2025 in München, begleitet von einem interaktiven Workshop und Fachvortrag. Anschließend wurden die Messe-Exponate für die modulare »FungiFacturingArt Exhibition« umgestaltet, die als Wanderausstellung für weitere Präsentationen, Kongresse und Messen zur Verfügung steht.
Ziel des Projekts »FungiFacturingArt« war, Pilzwerkstoffe als nachhaltige, zirkuläre und zukunftsfähige Materialien vorzustellen und für Wirtschaft, Forschung und Öffentlichkeit erfahrbar zu machen. Während der Projektlaufzeit wurden in verschiedenen Beteiligungsformaten mögliche Methoden an unterschiedlichen Zielgruppen erprobt: Workshop für die Folkwang Universität der Künste über Pilzwerkstoffe für Student*innen der Richtung Biomaterials und Workshop im Grassi Museum Leipzig für Museumspublikum.
Auf der BAU 2025 erhielten Besuchende Einblicke in technische Anwendungen von Myzelmaterialien – darunter ein Fassadenelement (Maße 120 x 100 cm), welches im Projekt »Bau-DNS« in der Zusammenarbeit zwischen Fraunhofer UMSICHT und Fraunhofer ISE entwickelt wurde. Dieses vorgefertigte Bauteil kombiniert integrierte Photovoltaik, Stromerzeugung, Wetterschutz und Wärmedämmung auf Basis von Pilzwerkstoffen in einem innovativen Gesamtsystem.
Der Innenraum des Innovation Cubes des Fraunhofer-Stands diente der Schaffung eines Ausstellungsraums, dem »Cube Art Room«, indem die künstlerischen Exponate aus Myzel präsentiert wurden. Ergänzt wurde das Konzept durch einen Fachvortrag (»Behind the Artist«) sowie einem interaktiven Workshop (»Meet the Artist: Pilze als Baustoff – Myzel als Wegbereiter in eine nachhaltige Zukunft?«). Das Konzept zeigte vielschichtige Perspektiven und lud zum aktiven Austausch zum Thema Kunst, Forschung und Materialinnovation ein. Basierend auf den Erkenntnissen und Rückmeldungen dieser Aktivitäten, wurde das modulare Ausstellungssystem überarbeitet und Mithilfe von lokalen Akteur*innen aus Design und Handwerk gestaltet.